Perspektiven am Grünen Band

Die Bach- und Flussauen von Rhume und Eller sind niedersächsisches Naturschutzgebiet. Foto: Bernhard Wiesemüller.Die durch die Presse transportierte, in weiten Teilen überzogene Kritik des Landvolks am Naturschutz-Großprojekt "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" hat dazu geführt, dass die Heinz-Sielmann-Stiftung das Projektgebiet um rund dreißig Prozent verkleinert hat. Im niedersächsischen Untereichsfeld verbleiben im Wesentlichen die Auen von Rhume und Eller, die zwar bereits Naturschutzgebiet sind, aber mit Bundesmitteln in Zukunft effektiver entwickelt werden könnten. Direkt am Grünen Band kommen nur einige kleinere Flächen auf niedersächsischer Seite hinzu.

 

Nassstandorte wie dieser sind selten gewordene Lebensräume. Foto: Bernhard Wiesemüller.Östlich von Duderstadt finden sich gefährdete Nassstandorte mit Großseggenriedern und Röhrichten, wie zum Beispiel die als Biotop geschützte Sandwasser-Niederung. Die artenreiche Vegetation bietet Winterquartiere, Brutplätze, Nahrungshabitate und Deckung für zahlreiche Tierarten. Fließgewässer sorgen für eine Vernetzung dieser Biotope. Ferner soll ein Gebiet westlich von Immingerode, in dem sich Grünland und kleine, alte Laubwaldbestände befinden, zum Projektgebiet zählen. Andere naturnahe Waldgebiete, wie Soolbachtal, Pferdeberg und Nesselröder Wald, wurden dagegen aus dem Projekt gestrichen.

 

Die große Karstquelle inmitten eines Auwaldes ist ein öffentlich zugänglicher Naturschauplatz. Foto: Bernhard Wiesemüller.Als bereits existierendes Naturschutzgebiet des Landes Niedersachsen, sowie auch als FFH-Schutzgebiet nach europäischer Richtlinie, verbleiben im Altkreis Duderstadt vor allem die Rhumeauen und die Ellerniederung in der Projektkulisse. Die Auen wurden in der Vergangenheit vielerorts sich selbst überlassen, was die Ausbreitung von Auwäldern fördern soll, die zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen zählen. Brachen führen jedoch auch dazu, dass zum Beispiel  Lebensräume für Amphibien und Nahrungshabitate für Störche abnehmen, oder exotische Pflanzen wie das drüsige Springkraut die einheimische Vegetation verdrängen. Die Sielmann-Stiftung hält deshalb mancherorts Pflegemaßnahmen und extensive Bewirtschaftung für naturschutzfachlich sinnvoll. Eine zusätzliche Erklärung zum Naturschutzgebiet des Bundes könnte dem Schutz der Flussauen somit durchaus zugutekommen.

 

Die Eller ist ein naturbelassener Bach, an dessen Ufer Erlen, Weiden und Eschen wachsen. Foto: Bernhard Wiesemüller. An der Rhume bei Bilshausen finden sich naturnahe Auwälder. Foto: Bernhard Wiesemüller. Das aus Asien stammende drüsige Springkraut macht sich auch in den Rhumeauen breit und verdrängt einheimische Pflanzen. Foto: Bernhard Wiesemüller.

 


 



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